Arthrose im Kniegelenk – Gonarthrose

Kniegelenkschmerz ist einer der häufigsten Gründe, warum sich Patientinnen und Patienten in unserer Praxis vorstellen. Abnutzung im Knie (Gonarthrose) gehört dabei zu den typischen Ursachen von Knieschmerzen im höheren Lebensalter. Auch jüngere Patienten können z.B. nach einem Unfall von Arthrose im Kniegelenk betroffen sein.

Arthrose ist nicht heilbar und führt oft zu Schmerzen, Bewegungseinschränkung und irgendann auch zu einer Operation. Ob aber eine Operation sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die meisten Patientinnen und Patienten möchten verständlicherweise eine Operation vermeiden oder möglichst lange hinausschieben. Hier kommt die konservative (nicht operative) Therapie der Arthrose im Kniegelenk zum Einsatz!

Die nicht operative Schmerztherapie ist wichtig für den Erhalt der Beweglichkeit des Knieglenks und für eine erfolgreiche Verbesserung der Beschwerden. Erfahren Sie mehr über die Möglichkeiten der konservativen Therapie bei Schmerzen in und am Kniegelenk.

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Typische Schmerzen bei Arthrose im Kniegelenk / Gonarthrose

Was ist eine Arthrose im Kniegelenk?

Im Laufe des Lebens kommt es zu einer fortschreitenen Ausdünnung des Gelenkknorpels (Chondromalazie). Die Aufgabe des Gelenkknorpels ist es die Gleitfähigkeit zwischen den Knochen zu erhalten. Im höheren Alter kann dieser Knorpelüberzug fast vollständig verschwunden sein. Die Knochen von Ober- und Unterschenkel reiben dann direkt aufeinander und verursachen Knieschmerzen.

Diese Entwicklung des Gelenkveschleißes beschreibt man als primäre Arthrose im Knie. Die Ursachen hierfür sind vorallem genetisch bedingt. Allerdings gibt es Faktoren, die die Entwicklung der Arthrose beschleunigen. Dazu zählen Übergewicht und kniebelastenden Tatigkeiten über eine lange Zeit (v.a. beim Fliesenleger). Die Arthrose ist dann in der Regel beidseitig.

Sekundäre Arthrose des Kniegelenks

Triitt eine symptomatische Arthrose am Kniegelenk bei jüngeren Patienten auf, ist dies meistens Folge einer Verletzung. Ein Bruch am oder rund um das Knie oder auch eine Kreuzbandverletzung verändern die Gelenkstellung und Gelenkstabilität. Bereits wenige Millimeter Abweichung durch den Unfall können zu einer Überlastung einzelner Knorpelareale führen und somit zum vorzeitigen Knorpelverschleiß. Schließlich entwickelt sich daraus ein schmerzhafter Knorpelschaden der in Arthrose mündet.

Hierbei ist nur das verunfallte Knie betroffen. In diesem Fall spricht man dann von der sekundären Arthrose des Kniegelenks. Diese ist fast immer schmerzhaft, im Gegensatz zu der oft schmerzfreien primären Arthrose.

Wie häufig ist die Arthrose im Knie?

Die Arthrose ist weltweit die häufigste Gelenkerkrankung des erwachsenen Menschen. Je älter man wird, desto wahrscheinlicher ist es, an einer Arthrose zu erkranken. Im Röntgen zeigen ca. 1/3 aller erwachsenen Menschen Zeichen eine Arthrose. Allerdings sind die meisten Menschen hierdurch nicht beeinträchtigt. Nur bei einem kleinen Anteil entwickeln sich Schmerzen durch die Arthrose. Das Knie ist dabei das Gelenk, wobei sich die Arthrose am meisten bemerkbar macht.

So haben nur circa 15 % der Menschen mit Arthrose im Röntgen auch entsprechende Schmerzen, die durch die Arthrose bedingt sind.

Schließlich haben etwa 10 Prozent der Erwachsenen eine relevante, weil schmerzhafte Arthrose im Knie.

Hier ist eine entsprechende Therapie indiziert, um eine Operation zu vermeiden bzw. so lange wie möglich zu verzögern.

Wie sind die Symptome bei Arthrose im Knie?

Die typischen ersten Symptome einer Arthrose im Knie sind Schmerzen nach Belastung. Wenn die Arthrose fortschreitet, treten auch während des Sports Beschwerden auf. Die belastungsabhängigen Schmerzen verstärken sich weiter, bis auch schon das einfache Gehen Schmerzen verursacht. In diesem Stadium wird häufig zusätzlich vom typischen Anlaufschmerz berichtet.

So beschreiben viele Patientinnen und Patienten einen Schmerz in dem betroffenen Gelenk für die ersten Schritte nach einer längeren Ruhephase (z.B. morgens nach dem Aufstehen , oder nach längemenm Sitzen am Tage). Dann verschwindet der Schmerz zunächst, tritt allerdings dann nach einer Weile unter der Belastung wieder auf. Ist die Arthrose sehr weit fortgeschritten, berichten Betroffene oft von einem allgemeinem Ruheschmerz, was mitunter auch den Nachtschlaf erheblich stören kann.

Mitunter zeigt sich bei fortgeschrittenen Knorpelverschleiß auch eine Schwellung und Rötung mit begleitendem Gelenkerguss. Dabei sind die Schmerzen deutlcih verstärkt. Hierbei besteht eine Entzündung im Gelenk. Auslöser können kleineste Knochen- und Knorpelstücke sein. Diese haben sich abgelöst und verursachen dadurch eine Entzündungsreaktion der Gelenkschleimhaut. In diesem Fall spricht man von einer aktivierten Arthrose. Ziel ist dann, die Entzündung schnellstmöglich zu verringern.

Es gibt allerdings auch die Besonderheit, das Patientinnen und Patienten über Kniegelenkschmerzen klagen, die sofort an eine Arthrose im Knie denken lassen, aber wobei die Kniegelenke die Beschwerden nicht erklären. Ursächlich hierbei sind dann oft die Hüftgelenke. Die Schmerzen bei Arthrose der Hüfte strahlen nicht selten in die Knie aus, weshalb die Untersuchung der Hüfte unabdingbar bei Verdacht auf eine Kniegelenksarthrose.

Aber auch viele funktionelle Störungen der Gelenke, Sehnen und Muskeln an den Beinen können eine Arthrose vortäuschen. Selbst ein Bandscheibenvorfall kann Schmerzen in den Knien verursachen. Eine umfassende Untersuchung ist daher erforderlich, um die zielgerechte und bedarfsgenaue Therapie zu wählen.

Untersuchungen bei Verdacht auf Arthrose im Knie und bei Kniegelenkschmerzen

Bei Kniegelenkschmerzen und beim Verdacht auf Arthrose im Knie bedarf es wie bei jeder anderen Erkrankung des Bewegungsapparates einer gründlichen Anamnnese und einer ausführlichen körperlichen Untersuchung.

Ausgesprochen wichtig für den Erfolg der Therapie ist nämlich die Ursache der Beschweden zu erkenne. Da eine Arthrose oft nicht schmerzhaft ist, muss vor einer Behandlung der Arthrose andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Oft findet sich auch eine Kombination aus Gelenkschmerz (Arthrose) und Störungen der umgebenden Muskulatur. Daher ist dann unter Umständen auch eine komplexe Therapie mit verschiedenen Verfahren erforderlich.

Neben der körperlichen Untersuchung ist daher die Manuelle Medizin ein wesentliches Element zur Diagnosestellung. Ergänzt um moderne Verfahren wie MRT, DVT (digitale Volumentomografie), Ultraschall und Ganganalyse lässt sich die Problematik gut darstellen.

Therapie bei Arthrose im Knie und Kniegelenkschmerzen

Vor jeder Behandlung muss unbedingt die erkrankte oder gestörte Struktur erkannt werden. Ist dies nicht der Fall, kann die Therapie nicht erfolgreich sein. So wie das Knie eines jeden Menschen im Detail einzigartig ist, bedarf es auch einer individuellen und angepassten Therapie.

Ist das eigentliche Gelenk und die bestehenden Arthrose Auslöser der Schmerzen, muss direkt das Gelenk behandelt werden.

Hierzu stehen insbesondere Infiltrationstherapien in das Kniegelenk im Vordergrund (z.B. Hyaluron, Plättchenreiches Plasma (PRP), Procain).Die Anwendung von Kortison sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen, da Kortison eine knorpelschädigende Wirkung zeigt. Allerdings ist Kortison das am schnellsten und am kräftigsten wirkende Medikament. Sein Einsatz sollte auf akute starke Entzündungen wie bei der aktivierten Arthrose beschränkt bleiben.

Egänzende Therapien sind dann die Physiotherapie, Akupunktur und die Neuraltherapie.

Und wenn das Gelenk selbst nicht schmerzt?

In vielen Fällen ist das eigentliche Gelenk nicht oder nicht alleinige Ursache der Beschwerden, selbst wenn sich im Röntgen oder MRT eine Arthrose zeigt.

Wesentlich für die Funktion des Kniegelenkes ist eine gut ausbalancierte und kräftige Muskulatur. Ist dies nicht der Fall, zeigen sich hier oft schmerzhafte Veränderungen der Muskulatur, Bänder und übrigen Weichteile.

Hier ist die physiotherapeutische, manualmedizinische und ggf auch osteopatische Behandlung eine wesentliche Säule der Therapie. Zusätzlich hilft die Neuraltherapie. Durch die Anwendung mit Kinesiotape können auch zwischen den Behandlungen Reize zur Muskelaktivierung gesetzt werden.

Darüber hinaus ist eine regelmäßigen sportlichen Aktivität entscheidend zur langfristigen Entwicklung des Kniegelenks und der gelenkführenden Strukturen.

In Abhängigkeit von der Knorpelsituation im Kniegelenk und begleitenden Funktionsstörungen sollte stets eine individuelle Therapie erfolgen. Angepasst an das Leistungsbedürfnis unserer Patienten.

Kontaktieren Sie uns gerne direkt per Mail: anmeldung@orthopäden-berlin.de oder telefonisch: 030 – 34 39 59 47.

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